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Abstract Das Erschliessen und Verwalten von Information in der Virtualität etabliert sich als fester Bestandteil unseres Alltages. Die Kategorisierung und Prüfung von Information im Internet ist für Suchdienste und den Einzelnen nicht bewältigbar. medusa* ist eine experimentelle Community-Plattform bei der jeder Nutzer die Erfahrungen mit seinen Informationsquellen der Community zu Verfügung stellt. Die Basis dafür bilden persönliche Linksammlungen. Durch diesen Wissensaustausch profitieren alle Beteiligten. Es entsteht ein Kategorisierungssystem das sich selbst organisiert und das sich den gesellschaftlichen Entwicklungen anpasst. Das Interface zeigt die Struktur des Internets auf, die von der Community definiert wird. Neben der Kategoriesierung nach persönlichen Bedürftnissen entsteht durch die räumliche Navigation interdisziplinäres Orientierungswissen. medusa* soll als Beitrag zum Entwurf einer neuen Kulturtechnik gesehen werden, der die kommunikativen Möglichkeiten des Mediums Internet erhöht um dem Einzelnen den Umgang mit den in Zukunft zu bewältigenden Aufgaben zu erleichtern. Die Gestaltung dieser neuen Kulturtechnik bewegt sich weg von statischen, hin zu dynamisch-interaktiven Landschaften, die die komplexen Informationsgefüge und Aktivitäten des abstrakten Raumes Internet in einen für den Menschen bekannten und fassbaren Code zurückübersetzt. [ top ] Gesellschaft Ausgehend davon, daß Wissen eine immer größere wirtschaftliche Rolle spielt und ganz allgemein tief in die Gestaltung der Lebenswelt aller eingreift ist einer rein technozistischen Betrachtungsweise neuer Medien vorzubeugen, da hierbei der Mensch und seine Handlungsgewohnheiten nicht befriedigt werden können. Der effiziente und verantwortungsbewusste Umgang mit elektronischen Daten, sie kritisch zu bewerten, zu strukturieren und sich ungehindert durch die globalen Strukturen zu navigieren werden zu zukünftigen Schlüsselqualifikation. Jeder wird sein eigener Informationsbroker und -organizer. Mit den heute zur Verfügung stehenden Werkzeugen hat der Einzelne keine Möglichkeit einen aktuellen fundierten Wissenspool zeitgerecht zu erarbeiten. Er verliert sich in der undurchschaubaren globalen Struktur der Netzwerke. Diese expandierende Struktur drosselt den gesellschaftlichen Wissenstransfer und führt zur Vergeudung von Forschungsresourcen, zu überflüssiger Doppelarbeit und Redundanz und somit zur Minderung der Innovationsfähigkeit. [ top ] Technik Die rasche Entwicklung des Internet wurde durch zwei Entwicklungen ermöglicht: Einerseits durch das WWW (World Wide Web), welches einfache, grundlegende Standards für die Adressierung (URL), den Datentransfer (HTTP) und das Datenformat (HTML) bereitstellt. Andererseits durch die Entwicklung von "Browsern", d.h.: Programmen welche es erlauben die Information des WWW auf verschiedensten Computerplattformen zu lesen. Schon jetzt ist im HTML-Standard der erste Ansatz einer Information über die Information selber realisiert. Das Dokument selber enthält Informationen darüber, wer es wann erstellt hat, welche Stichworte relevant sind, und wie man den Inhalt in wenigen Zeilen zusammenfassen kann. Jedoch Informationen über mögliche Links zu anderen, inhaltlich verwandten Dokumenten, zu Quelldokumenten, zu solchen, die Bezug auf das Dokument nehmen oder die Definition des Autors, unter denen das Dokument archiviert wird sind bisher kaum standardisiert und ersichtlich. [ top ] Gestaltung Das Internet stellt uns vor neue Herausforderungen im Umgang mit Information. Verschiedene Mechanismen der Datenverarbeitung helfen bei der Bewältigung das Informationsflusses. Besondere Beachtung muss auch der visuellen Darstellung auf dem Bildschirm geschenkt werden welche auf verschiedenen Ebene den Zugang zu Information erlaubt. Bis vor kurzem schränkten niedrige Bandweite und langsame Prozessoren die Form ein, die eine soziale Umgebung virtuell annehmen konnte. Heutzutage werden durch den technische Fortschritt viele der Einschränkungen verdrängt, die schwarzweiße ASCII-Textwelt weichen immer mehr Graphiken, Tönen, neuen Eingabegeräten schnellen Interaktionsmöglichkeiten. Dennoch, mehr Bandweite und grellere Farben alleine schaffen keine bessere Umgebung, und die richtige Technologie zu haben ist nur der Anfang. Der größte Engpass, neben den Grenzen der menschlichen Aufnahmefähigkeit, stellt der Bildschirm dar. Er erlaubt den Blick auf das digitale Universum nur durch ein sehr kleines Fenster. Die standardmäßig zur Verfügung stehende Bildschirmfläche wächst, im Vergleich zu anderen Aspekten der Informationstechnologie, nur sehr langsam. Während die Leistungsfähigkeit von Prozessoren, das Speichervolumen von Festplatten und die Geschwindigkeit von Netzwerken um Zehnerpotenzen verbessert wurden, wuchs die Bildschirmauflösung einer Normalkonfiguration im vergangenen Jahrzehnt gerade von 640x480 auf 1280x1024. Der Frage der Gestaltung der Benutzeroberfläche muss deshalb eine zentrale Bedeutung zugemessen werden. Nur durch gestalterische Erfindungen ist es möglich die zur Verfügung stehende Fläche optimal zu nutzen. Die Bildschirmoberfläche sollte möglichst zu 100% für die Darstellung der relevanten Information verwendet werden können. Bedienelemente und metaphorische Symbole, welche gegenwärtig noch große Teile des Bildschirms füllen, müssen überflüssig werden. "In an architecture of content the information becomes the interface." [ top ] |